Karimajong-Trip
So es gibt wieder spannendes zu berichten!
Bevor mich die Langeweile zu übermannen drohte, hab ich vorletztes Wochendende einfach mal meinen Rucksack gepackt und mich in den Bus richtung Osten gesetzt. Es begann am Donnerstag und sollte eigentlich nur ein 1-2 Tage langer Kurztrip werden, dauerte dann aber bis zum Dienstag!
Mein erster Stop war Kampala. Auf dem Weg dahin hab ich im Bus von einem Nationalpark im Osten Ugandas an Kenias Grenze gehört, Mount Elgon National Park (wiki). Mount Elgon ist ein ca 4200m hoher Berg, der Nationalpark drumherum. Die nächste Stadt ist Mbale. Dort angekommen musste ich leider feststellen, dass zwar wirklich verlockende Bergsteiger-Safaris angeboten wurden, die Preise aber hoffnungslos über meinem Budget lagen.
Also hab ich in Mbale übernachtet, und neue Pläne gemacht.
Ich war nun ganz im Osten Ugandas, und hörte von einem Wildlife-Reserve, einer Art National-Park im Norden.
Also hab ich mich am nächsten in den Bus nach Moroto gesetzt, einer Stadt im Norden Ugandas. Der Fahrer und deren Helfer versicherten mir, sie würden mich nach etwa der halben Strecke im Wildlife-Reserve-HQ absetzten.
Naja nach 4-5 Stunden Busfahrt (die Langschaft wurde immer interessanter) fand ich heraus, dass der Bus zwar nach Moroto fährt, aber eine ganz andere Strecke nimmt, weit weg vom HQ. Niemand erzählte mir dass, aber an einem Punkt überquerten wir eine Eisenbahn-Strecke (die einzige in Uganda), und ich wusste das diese definitiv nicht auf meinem Weg liegen kann!
Naja, Pech gehabt .
Ich kam so ziemlich nachts in Moroto an, stand dann da ganz alleine ohne Plan (und ohne Hotel, so weit im Norden gibts keine Touries mehr). Zum Glück sprachen mich ein paar Somalis an und zeigten mir die kleine Stadt ein bisschen.
Ich verbrachte die Nacht mit meinen neuen Freunde (total nette Leute, Flüchtlinge aus Somalia), welche die ganze Nacht mit Tee-Blätter-kauen verbrachten (wirklich die ganze Zeit). Schmeckt ganz gut, betäubt den ganzen Mund irgendwie.
Sie fanden mir sogar einen Platz zum schlafen, ich verbrachte den Rest der Nacht in einem Militär-Camp.
So in der Art.
Naja am nächsten morgen stand ich dann um 6:00 morgens auf der Strasse Richtung Süden und wartete auf den Bus (der einzige der kommt).
Diesmal fuhr er die richtige Route, und so landete ich dann mittags im Wildlife-Reserve. Wow, es existierte!
Naja, wie ich dann aber herausfand, war es mehr ein Militar-Camp und ich der zweite Tourist, der jemals da war. Die Soldaten dort und der einzige Ranger waren genauso überrascht mich zu sehen, wie ich.
Aber sie waren alle total nett, und gegen Abend unternahm ich sogar einen Nature-Walk mit ihnen.
Muss ziemlich ungewöhnlich ausgesehen haben, ein Muzungu (ich), begleitet von einem bewaffneten Park-Ranger und 3 bewaffneten Soldaten. So machten wir uns dann durch die wunderschöne Landschaft. Auf dem Weg erzählten sie mir über das Land. der Nord-Osten Ugandas ist Karimojong-Land, bevölkert von einzelnen Karimojong-Stämmen.
Diese sind sehr traditionell und simpel, lieben Viehhaltung und haben eine lange Geschichte von Vieh-klauen untereinander (einige Stämme aus Kenia scheinen ebenfalls manchmal rüberzukommen und Radau zu machen).
Deshalb die enorme Militär-Präsenz in diesem Teil Ugandas, ich fühlte mich aber sicher.
Der Nature-Walk war atemberaubend, wir sahen eher weniger Tiere (ein paar Antilopen und Buffalos), aber die Landschaft war echt super.
Die Nacht verbrachte ich dann im Wildlife-HQ/Militär-Camp, am nächsten morgen ging es dann ohne weitere Zwischenfälle über Mbala und Kampala zurück nach Masaka.
Spannender Trip und interessante Leute. E s war vor allem sehr abenteurlich, ich führte mich nicht wie einer von tausend Touristen in irgendeinem festgelegten Tourie-Park!
So hier die Bilder, enjoy
Die Sicht auf Mount Elgon von Mbale aus.
Fotos aus dem Bus Richtung Moroto heraus.
Ein kleines Karimajong-Dorf auf dem Weg nach Moroto (der Bus ist das einzige Fahrzeug auf der Straße den ganzen Tag).
Angekommen im Pian Upe Wildlife-Reserve. Super Aussicht, im Vordergrund die .. sanitären Anlagen. Die Dusche hatte die beste Aussicht die ich je gesehen habe!
Hütten für die Soldaten.
Mein Ranger während der Safari!
Wir sind auf einen kleinen Hügel gestiegen um den anrollenden Regen zu bestaunen..
Der Grey Crested Crane, Wappen/Flaggentier Ugandas.
Auf dem Weg zurück, dies ist der (einer der zwei) Taxi-Parks in Kampala. Viel Spass beim Suchen des richtigen Busses.
Kampala bei Sonnenuntergang.
Hehe hier zwei Bilder von den Welpen, die ich gerade im Hopital entdeckt habe. Warscheinlich das erste Mal, dass die einen Weißen sehen .
So bis zum nächsten Mal! Viele Grüße aus Afrika.