Murchison Falls National Park

Januar29

Habe meine erste „klassische“ Safari hinter mir! Ich bin zusammen mit Freunden hier aus Masaka und deren Familie in den Murchison Falls National Park gefahren. Wir haben uns ein Auto mit Fahrer gemietet und sind für drei Tage los in den Nord-Westen.
Der Murchison Falls National Park ist nach dem großen Wasserfall dort benannt. Es ist das größte geschützte Gebiet in Uganda, demnach sind so gut wie alle Afrikanischen Tierarten vorzufinden.

Den ersten Tag verbrachten wir mit der knapp 5-stündigen Autofahrt zum Park. Im Park angekommen fuhren wir an einer Schimpansen-Station vorbei (dort kann man Schimpansen im Dschungel verfolgen und versuchen zu finden). Wir erfuhren, dass eine Familie relativ nah auf einem Baum gesichtet wurde (Schimpansen), also sind wir spontan mit Führer in den Regenwald. Wir hatten Glück und fanden sie nach einer Stunde, mindestens 30 Tiere auf einem riesigen Baum. Es ist wirklich unglaublich wie ähnlich sie sich den Menschen verhalten (sie sind die am nähesten verwandte Spezies), ihre Affen-typischen Schreie drangen unentwegt durch den Wald
(Uh-Uh-Uh-Uh-AH-AH-AH-AH).

Relativ schwer zu fotografieren

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Baby-chimp
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Abends schliefen wir Stil-echt in Safari-Zelten (ziemlich groß) in einer der Safari-Lodges. Schon auf der Fahrt zur Lodge im Park haben wir einige Tiere gesehen, der größte Aufreger waren zwei sich anschauende riesige Giraffen an beiden Seiten des Straßenrands. Ich schien der einzige zu sein, der sie sah und fing laut an zu schreien und alles im Auto aufzuwecken. Es stellte sich in der Dämmerung als Brücke heraus. Trotzdem, ich war aufgeregt.

Am nächsten Morgen ging es früh los, der Plan war zunächst den Morgen mit einem Game-Drive durch den Park zu beginnen, dann gegen Nachmittag mit einem Boot zum Fuß des Wasserfalls zu fahren.
So ich lasse jetzt die Bilder sprechen (hab über 840 geschossen(!), wenn man schon mal dabei ist)

Sonnenaufgang, die Tiere wachen auf (und so langsam ich selbst)

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Baboons in der Nähe des Camps
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Baboon-Baby
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Ein Elefant mit Baby ganz nah am Auto (!). Er kam immer Nähe und wollte anscheinend unbedingt die Straße überqueren. Es war ein untypisches Verhalten, vor allem da ein Baby dabei war
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Er war sehr dominant
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Ein Harde-Beast
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Impalas
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Unser Führer hat auf einmal das Auto angehalten, er hatte aus dieser Ferne ein Leopard gesehen (wer kann ihn finden?)
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Ich habe dann das Fernglas vor die Kamera gehalten und versucht ein gutes Bild zu schießen, dies ist eines von ca. 40 Versuchen. Leoparden werden nur sehr selten gesehen, wir hatten also Glück!
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Und hier das hässlichste Tier überhaupt, ein Warthog
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Buffalos
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Eine Herde
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Ein Adler im Baum, davor  …
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Diesmal hat der Guide bemerkt, dass all die Tiere in eine bestimmte Richtung schauen, als wäre ein Feind in der Nähe
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Es stellte sich als eine Art Luchs heraus
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Noch mehr Warthogs. Sie knien nieder um zu fressen, deshalb all die Warzen auf ihren Knien…
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Bambi
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Die ganze Truppe
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Buffalos, sie stellen sie an um an einer Wasserstelle zu trinken
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Giraffe am Straßenrand (!)
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Sie war etwas älter, deshalb sind ihre Farben dunkler
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Giraffen-Gruppe
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Am Nachmittag ging es dann mit dem Boot auf den Nil Richtung Wasserfall.

Nilpferde im Nil. Sie sind das gefährlichste Tier, verantwortlich für mehr tote Menschen als jede andere Spezies. Mir gegenüber schienen sie sehr träge und faul
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Und fett
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Ein einsames Nilpferd. Man sieht oft  einsame Tiere oder kleine Gruppen von männlichen Tieren im Park. Dies sind die so genannten Looser (Groups), oder Bachelors. Sie haben den Kampf gegen den Alpha-Male verloren und werden ausgestoßen
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Ein Afrikanischer Fisch-Adler
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Die Überraschung, ein Elefant am Ufer!!
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Immernoch sehr territorial und dominant!
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Hier wahrscheinlich seine alte Familie
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Ein Krokodil mit offenem Maul, es kühlt sich ab
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Und hier Murchison Falls! Man wird sich auf den Bildern nicht ganz bewusst wie gigantisch das ist, der längste Fluss der Welt wird durch ein 3-4 Meter kleinen Engpass gezwängt…
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Am nächsten Morgen sind wird dann zum oberen Ende gewandert, eine wirklich laute und einschüchternde Naturgewalt!

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Ein super Erlebnis, hier muss jeder einmal in seinem Leben vorbeikommen!
Viele Grüße von Leon!

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Happy zwei-null-eins-null

Januar3

Frohes neues Jahr an euch alle! Hier mal wieder ein kleiner Blog mit Bildern über meine letzten Wochen.

Fangen wir mit Weihnachten an. Bin hier nicht wirklich in Weihnachtsstimmung gekommen, 30+ Grad, keine Dekoration, kein schmuddeliges Wetter. Eigentlich war alles so wie immer. Weil es aufgrund der Malaria-Wochen so extrem voll mit sehr kranken Kids war, bin ich im Krankenhaus geblieben und habe über Weihnachten dort gearbeitet. Am 1. Weihnachtstag habe ich dann zusammen mit der irischen Ärztin und Freunden Geschenke an die Kinder verteilt. Hat Spaß gemacht, die haben sich natürlich alle wie verrückt gefreut (mehr die Mütter als die Kinder).

Alle frisch aus dem Schlaf gerissen in die neuen Klamotten gezwängt :)

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Umgehauen von dem super Geschenk…DSC_0012

Dann am 26.12. bin ich zusammen mit Una der Ärztin und Steve, einem Civil-Engineer der auch hier in Masaka arbeitet, nach Mbale gefahren, eine Stadt neben dem Mount Elgon National-Park. Der Plan war, für vier Tage in dem Park zu wandern/bergsteigen. Die Nächte würden wir in Zelten auf dem Berg (4400 Meter hoch) verbringen.
Am ersten Tag haben wir uns mit Proviant auf alles vorbereitet. Keiner von uns hatte irgendeine Ahnung was vor uns lag (oder Erfahrung), als haben wir ohne Plan wild drauf los gekauft („I like this, I like that…“). Jeder was er so mochte (Nutella war natürlich mit im Sack).
So am morgen des 27. ging es dann relativ früh in das National-Park HQ in Mbale, wo wir erfahren mussten, dass wir leider für heute zu spät dran waren und wir uns doch in dem anderen HQ in Sipi melden sollten. „Wie telefonisch mit dir (Leon) besprochen“. Leon wusste nichts davon (unmöglich, die Leute hier am Handy zu verstehen). Naja egal, neuer Plan war, die Aktion auf 3 Tage zu verkürzen und heute zu den Sipi-Wasserfällen zu fahren. Sehr gute Idee, wie sich herausstellte.

Die Sipi-Falls sind wirklich ein must-see, see for yourself:

(Finde) Insgesamt 4 kleine bis große Wasserfälle auf diesem Bild

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Una auf dem Weg zum größten der vier DSC_0036

Bald angekommen. Dieser Wasserfall fällt über 100 Meter in die Tiefe!

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(100 Meter! :) )
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Man wird sich den Dimensionen auf diesen Bildern gar nicht so ganz bewusst, also… DSC_0060

…ist hier (schein)Riese Leon neben dem Wasserfall, nach einem gefährlichsten Abstieg! DSC_0068

Woooh

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So, also los ging’s mit dem Bergsteigen am nächsten Tag! Keine halben Sachen, wir planten am ersten Tag gleich auf 4000 Meter zum letzten der Camps hochzusteigen. Für das Gepäck und die Rucksäcke konnte man Träger mieten (was auch alle gemacht haben). Aber natürlich nicht Leon! Ich dachte mir, es wäre irgendwie zu einfach, sich das Gepäck von jemand anderem hochtragen zu lassen (außer den Zelten). Also bin ich als einziger fröhlich (und große Reden schwingend) mit meinem schweren Wander-Rucksack hoch. Er war wirklich schwer, ich hatte keine Ahnung was ich packen sollte, also hab ich einfach alles von zu hause rein geschmissen was da war (und sauber).

Hier bei knapp 3000 Metern begannen dann die Wolken und das wirklich schwere klettern…

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Die Einheimischen sind immer mal wieder mit riesen Lasten auf dem Kopf an uns vorbeigeschwebt. Allgemein ich muss mal sagen, die Führer und Träger waren alle extrem.. hart. Die konnten Lasten tragen mit einer unglaublichen Geschwindigkeit, waren extrem stark und konnten kochend heiße Töpfe direkt aus dem Feuer anfassen und rumtragen ohne sich zu verbrennen. Ich weiß auch nicht wie, wir weißen Weicheier haben uns schon beim zugucken verbrannt DSC_0113

Man kommt in den Regenwald/ Dschungel. Es wird einem hier nicht so ganz bewusst, wie steil es wurde. Und für mich fühlte es sich an, als würde mich die ganze Zeit jemand am Rücken zurückziehen, dank meines Rucksacks DSC_0117

Wir sind wirklich den ganzen Tag geklettert. Die Landschaft war atemberaubend und immer unterschiedlich! Es hat wirklich totalen Spaß gemacht, am Anfang mehr als am Ende, wir wurden immer erschöpfter. Ich weiß nicht, wie ich es mit dem Gewicht bis nach oben ins Camp geschafft habe, am Ende war wirklich alles nur noch verschwommen, ich bewegte mich in einer Art Trance nach vorne, hab kein Wort mehr geredet und an nichts gedacht DSC_0122

Puh.. Im Camp angekommen (ich war erstmal für nichts zu gebruachen) war es bald dunkel. Hier begann für uns dann so langsam das wirkliche Drama. Die Zelte waren schon aufgebaut, wir hatten ein 2-Mann und ein 1-Mann Zelt. Wir begannen mit Feuer machen und kochen (das hat noch am besten geklappt). Das Feuer sollte zum aufwärmen (es war sau-kalt da oben) und zum Klamotten-trocknen (es hatte stark geregnet auf dem Weg) dienen. An sich war es ziemlich mickrig und kam nicht so richtig in Fahrt. Alles war irgendwie nass.
Das Wasser zum kochen und abkochen (und später trinken) fing extrem schnell an zu kochen, weil auf 4000 Metern aufgrund der Druckverminderung alles schon bei 60 Grad blubbert. Und heißer wird’s nicht. Also wollten wir unser Trinkwasser möglichst lange kochen.
Keine allzu schlaue Idee, denn nach ein paar Minuten viel der Halbe Topf ins Feuer und löschte dieses. Ich versuchte es für Stunden wiederzubeleben, weil wir Feuer zum trocknen brauchten, aber ohne Erfolg.
Es fing an zu regnen, als flohen wir alle drei in das größere Zelt um Karten zu spielen. Mit uns kam eine Plastikflasche mit dem halb-gekochten heißen Wasser zum Händewärmen. Leider trat irgendeiner (ich glaub das war ich) auf die Flasche, diese „explodierte“ und schickte heißes Wasser überall hin. Eine große Ladung traf meine Füße. Ich hatte optimistisch alle meine verbliebenden Socken übereinander angezogen um meine Füße zu wärmen. Das wars dann mit ihnen. Naja wir haben alle gelacht und gejoked, bis wir merkten, dass das Zelt extrem undicht war. Es wurde überall nass und feucht, regnete sogar glatt durch. Super..
Also sind wir alle drei in das 1-Mann Zelt geflüchtet. Was uns blieb, waren zwei halbtrockene Matten und Schlafsäcke für uns drei. Der Boden war extrem hart und voller Steine, das Zelt mäßig trocken bis auf den Boden, der wurde immer Nasser. Trotzdem waren wir guter Laune (weiß auch nicht warum), es war eine grauenhafte Nacht. Ich wachte irgendwann in der Nacht auf, extrem kalt, nass und krank. Zum Glück holte Steve meine Emergency-Decke (so eine Alufolien Decke für Unterkühlung) aus meinem First-Aid-Kit. Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass die Rucksäcke in dem anderen Zelt natürlich vollständig durchnässt waren. Feuer war nicht, alles feucht. Wir entschieden uns, anstatt auf den Gipfel zu klettern und eine weitere Nacht in dem Camp zu verbringen, wieder herunterzuklettern. Etwas anderes blieb uns eigentlich nicht übrig. Dies war relativ einfach, am gleichen Tag kamen wir unten an und flüchteten ins Hotel nach Mbale.
Obwohl die ganze Aktion nicht wirklich erfolgreich war, hatten wir trotzdem eine wirklich gute und lustige Zeit, eine tolle Erinnerung.

Hier nach dem Abstieg. Total verdreckt bin x-mal in den Matsch gefallen..DSC_0130
Silvester feierte ich zusammen mit einem Freund in der lokalen Disco in Masaka. Es gab sogar ein paar kleine Raketen, die Ugander sind beim Anblick total ausgeflippt, haben geschrien, gehüpft und alles blockiert! Es war wilder als zu hause ;) .

In dem Sinne, frohes neues Jahr und bis zum nächsten Mal!

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